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Tom Moak(R)

07.07.2009, 23:22
 

FZ-Aktion: - DDR-Geschichte hautnah erleben

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Dienstag, 7. Juli 2009

FZ-Aktion: DDR-Geschichte hautnah erleben


POINT ALPHA Am 9. November, dem 20. Jahrestag des Mauerfalls, erhalten drei Klassen ab der Jahrgangsstufe 9
die einmalige Gelegenheit, auf Point Alpha Zeitzeugen der friedlichen Revolution zu befragen.



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Bernhard Fey an der ehemaligen Grenze zwischen Geisa und Point Alpha, über die er einst fliehen wollte.
Dabei wurde er von Selbstschussautomaten schwer verletzt. Im Westen galt er jahrelang als tot.
Foto: Karl-Heinz Burkhardt


Die Ergebnisse ihrer Recherchen werden bereits am nächsten Tag auf einer Doppelseite in der Fuldaer Zeitung präsentiert.
Möglich wird diese Chance für Schulklassen aus dem Landkreis Fulda durch eine Kooperation der Point-Alpha-Stiftung mit
Sitz im thüringischen Geisa und dem Fuldaer Verlagshaus Parzeller, in dem die Fuldaer Zeitung und die Hünfelder Zeitung,
die Kinzigtal-Nachrichten und der Schlitzer Bote erscheinen.

Den beiden Partnern ist viel daran gelegen, die Kenntnisse über die zweite deutsche Diktatur nicht in Vergessenheit
geraten zu lassen und das Wissen darüber insbesondere bei den Jüngeren zu fördern. Eine Umfrage aus dem Jahr
2007 unter Oberschülern aus Nordrhein-Westfalen offenbarte beispielsweise eklatante Wissenslücken über die DDR.


TEILNAHME

Für das Zeitungsprojekt der Fuldaer Zeitung und der Point-Alpha-Stiftung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls
können sich alle Schulklassen ab Jahrgangsstufe 9 aus dem Landkreis Fulda bewerben.

Von Vorteil ist es, wenn eine Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte bereits im Unterricht erfolgte.

Die Schulklassen werden morgens kostenfrei mit einem Bus an ihrer Schule abgeholt und nach Point Alpha
gefahren, wo sie von 9 bis 13 Uhr mit Zeitzeugen sprechen und die Ausstellungen besuchen können.

Danach verfassen sie am Sitz der Point Alpha-Stiftung in Geisa am Computer ihre Berichte
für die Ausgabe der Fuldaer Zeitung am nächsten Tag. Danach erfolgt die Heimreise.

Interessierte Klassen können sich bis 30. September 2009 anmelden unter
eMail: alexander.gies(at)fuldaerzeitung.de

Gehen mehr als drei Bewerbungen ein, entscheidet das Los. / ag

So wussten fast 70 Prozent nicht, dass die DDR die Mauer gebaut hatte; 25 Prozent
hielten das Ministerium für Staatssicherheit für „einen normalen Geheimdienst“.
Und immerhin elf Prozent meinten, die DDR-Regierung sei durch demokratische Wahlen
legitimiert gewesen.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass wir in der Beschäftigung mit der zweiten deutschen
Diktatur nicht nachlassen dürfen“, betonte der Verleger dieser Zeitung, Michael Schmitt.

Auch wenn die Schüler in Osthessen wegen der unmittelbaren Nähe zur ehemaligen Grenze
sicherlich mehr über die DDR wüssten als anderswo, unterstütze Parzeller die Aktion sehr
gerne. „Denn nur wer sich der Unmenschlichkeit dieser Diktatur bewusst ist, wird in
der Zukunft in der Lage sein, ähnlichen Entwicklungen entgegenzutreten“
, sagte Schmitt.

Flucht mit Beißzange

Uta Thofern, die Direktorin der Point Alpha-Stiftung, hat für den 9. November bereits von einigen
interessanten Gesprächspartnern die Zusage erhalten, für die Schüler zur Verfügung zu stehen.
Dazu zählt beispielsweise David Altheide aus Rasdorf, der 1989 als Zehnjähriger die Flucht
tausender DDR-Flüchtlinge in die Prager Botschaft der Bundesrepublik und die spätere Ausreise
miterlebte.

Zugesagt hat auch Berthold Dücker, Chefredakteur der Südthüringer Zeitung.

Er floh 1964 als 16-Jähriger mit Hilfe einer kleinen schwarzen Beißzange durch den Eisernen Vorhang
zwischen Geismar und Setzelbach. Später half er an entscheidender Stelle mit, dass der ehemalige
amerikanische Grenzbeobachtungsposten Point Alpha erhalten blieb und nicht der Abrissbirne zum
Opfer fiel.

Gunter Weißgerber reist für diese Veranstaltung extra aus Leipzig nach Point Alpha.
Der SPD-Bundestagsabgeordnete war 1989 Redner auf den Leipziger Montagsdemonstrationen
und 1990 einer der ersten frei gewählten Abgeordneten der DDR-Volkskammer. Weißgerber ist
bekannt für seine klare Abgrenzung von parteiinternen Überlegungen für eine Zusammenarbeit
mit den Linken.

Eine außergewöhnlicher Geschichte hat Bernhard Fey zu erzählen. Er wurde 1975 bei einem
Fluchtversuch an der DDR-Grenze von Selbstschussanlagen schwer verletzt und galt im Westen
fortan als tot. Zum Gedenken an seinen vermeintlichen Tod wurde später auf Point Alpha sogar
ein Birkenkreuz aufgestellt, an dem Gedenkveranstaltungen stattfanden.

Doch eines Tages nach der Wende tauchte er leibhaftig in der Gedenkstätte auf.

Auch ein US-Soldat, der einst auf Point Alpha die Grenze bewachte,
sowie Manfred May, Berater der Thüringer Landesbeauftragten für die
Stasi-Unterlagen (Hildigund Neubert) und selbst Opfer der Stasi, werden
vor Ort sein und den Schülern Rede und Antwort stehen.


Von unserem Redakteur
Alexander Gies
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Quelle: http://www.fuldaerzeitung.de

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Tom Moak(R)

05.08.2009, 18:04

@ Tom Moak

An der Grenze zwischen Freiheit und Unfreiheit

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GEDENK-PROJEKT


Nahtstelle der Erinnerung


An der Grenze zwischen Freiheit und Unfreiheit — die Point-Alpha-Stiftung sieht ihre Geschichtsarbeit als Zukunftswerk.
VON UTA THOFERN

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FRONTLINIE:
Zwischen Thüringen und Hessen, nahe dem kleinen Ort Geisar,
standen sich im Kalten Krieg die feindlichen Mächte gegenüber.
Heute kann man hier aus der Vergangenheit lernen.

Foto: ARI




Die Stars and Stripes, die im US-Beobachtungsposten aufgezogen sind, im Rücken, vor Augen die innerdeutsche Grenze mit ihren mörderischen Sperranlagen und im Kopf die allgegenwärtige Gefahr eines Angriffs: So haben die amerikanischen Soldaten hier, auf einer windigen Kuppe der Rhön, über Jahre, Jahrzehnte hinweg ihren Dienst versehen. 24 Stunden Alarmbereitschaft, 365 Tage im Jahr. In den Stiefeln schlafen und wissen, wenn der eine, der echte Alarm kommt, ist das der Beginn des Dritten Weltkriegs – und der Anfang vom kurzen Ende des eigenen Lebens.

Hier im US Observation Post Alpha, kurz OP Alpha, ging es um alles. Die Grenze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik markierte die Trennlinie zwischen Freiheit und Unfreiheit. Die Nato ging in ihren Krisenszenarien davon aus, dass ein Angriff des Warschauer Pakts mit seiner konventionellen Überlegenheit an dieser Stelle am wahrscheinlichsten wäre. Die DDR reichte hier im sogenannten Fulda Gap am weitesten in die Bundesrepublik hinein, ohne Gegenwehr wäre Frankfurt mit seinen wichtigen Militärbasen in wenigen Stunden erreichbar gewesen; innerhalb von 48 Stunden hätten sowjetische Panzer am Rhein stehen können – das Aus für die Freiheit in Westeuropa. Das Abwehrszenario sah den Einsatz von taktischen Atomwaffen vor.


Der Blick ist schön vom amerikanischen Wachtturm aus. Ein weiter Blick über das idyllische Städtchen Geisa hinweg auf die ostdeutschen Kuppen der Rhön. „Das Land der offenen Fernen“ ist eine Kulisse, wie sie unpassender nicht sein könnte für eine Grenze, die sich breit und akkurat wie die chirurgische Naht einer besonders hässlichen Wunde durch die Landschaft zieht. Mit Wachttürmen, Sperrzäunen, Hundelaufanlagen, Selbstschussanlagen und Bunkern.


Die Bewohner von Geisa konnten die Hunde heulen hören, nachts, wenn die DDR-Grenztruppen im Mondschein patrouillierten. Auch Bellen war oft zu hören, wenn die Kinder tagsüber beim Spielen am Hang zu nahe an den inneren Zaun gerieten, der den 500-Meter-Sperrstreifen begrenzte. Die Grenze war immer spürbar, immer präsent. Sie prägte das Warenangebot im „Konsum“ ebenso wie die umständlichen und entwürdigenden Prozeduren bei der Ein- und Ausreise von DDR-Bürgern ins Fünf-Kilometer-Sperrgebiet an der Grenze, in dem sich die ganze Stadt befand. Ein Ort der Verbannung im eigenen Land.


Die Menschen hier haben das nicht vergessen. Doch die anderen, wenige Kilometer weiter östlich oder auch westlich, wussten es nicht, wollten es nicht wissen oder haben es verdrängt. Die Wacht der Amerikaner an der Grenze war immer auch eine Mahnwache. Ein Signal. „Hier ist die Freiheit. Es gibt sie. Wir stehen für sie ein.“ Ein Zeichen der Hoffnung, die sich 1989 erfüllte, als die Menschen in der DDR beschlossen, dass nun auch sie keine Angst mehr haben, sondern frei sein wollten.


Die Point-Alpha-Stiftung bewahrt diesen Ort. Als Mahn-, Gedenk- und Begegnungsstätte, als Museum, das zum Nachdenken, Nachfragen, Nachbereiten einlädt. Das Erinnerung anbietet als Ausgangspunkt für Diskussionen, die wichtig sind für die Zukunft unserer Demokratie. Wenn Schüler heute Helmut Kohl und Willy Brandt für DDR-Politiker halten und Walter Ulbricht für einen Liedermacher, wenn es vollkommen unbekannt ist, dass es in der DDR bis 1987 die Todesstrafe gab, und wenn eine Mehrheit der Jugendlichen meint, dass die Umwelt in der DDR sauberer war, dann ist das mehr als besorgniserregend. Und dass eine Vielzahl paternalistisch-besorgter Westdeutscher der Ansicht ist, die historische Wahrheit, dass die DDR ein Unrechtsstaat war, könne man den armen ostdeutschen Verwandten nicht zumuten, weil sie – die den SED- Staat abgeschafft haben! – sich sonst in ihren Biografien beschädigt fühlen könnten, das trägt schon selbstzerstörerische Züge.


Demokratie und Freiheit sind nicht selbstverständlich. Diese Erkenntnis fällt durchaus schwer, wenn man in Frieden, Freiheit und Wohlstand aufwächst. Nicht zuletzt die stetig sinkende Wahlbeteiligung macht dies alarmierend deutlich. Deshalb ist die Erinnerung an das Gegenteil, an all die mörderischen Experimente, so wichtig. Jugendliche, die Point Alpha heute besuchen, sind alles andere als desinteressiert. Wenn sie vor den Relikten der scheußlichen Vergangenheit stehen, ist die erste Reaktion meist: „Zum Glück ist das vorbei.“ Und dann kommen die Fragen, die unbequemen, an die Eltern und Großeltern. „Wie konntet ihr euch das gefallen lassen?“


Aus den Antworten können diese Jugendlichen viel lernen. Zum Beispiel, dass es viele „gute“, durchaus auch ehrenwerte Gründe gab, sich der Diktatur nicht zu widersetzen. Und dass es der wenigen mutigen Querköpfe bedurfte, die – entgegen der „Vernunft“ – dennoch Widerstand leisteten und damit letztlich die einzige friedliche und erfolgreiche Revolution in der deutschen Geschichte auslösten. Joachim Gauck hat das in seiner Rede zum Point-Alpha-Preis 2009, der an die ostdeutsche Bürgerbewegung verliehen wurde, meisterhaft ausgeführt.


Point Alpha ist ein Ort, der sich wie kaum ein anderer zur Vermittlung dieser Botschaft eignet. Dass die Vereine, die diesen authentischen Geschichtsort vor dem Untergang bewahrt haben, im letzten Jahr in eine Stiftung überführt werden konnten, ist in sich eine beispiellose Erfolgsgeschichte der Demokratie. Das ehemalige US-Camp sollte zu Beginn der Neunzigerjahre geschleift werden, „renaturiert“ als Teil des Grünen Bandes entlang der ehemaligen Grenze. Es war eine Bürgerbewegung beiderseits dieser Grenze, die es geschafft hat, den US-Beobachtungsposten unter Denkmalschutz zu stellen und auf ostdeutscher Seite ein Museum zur Erinnerung an das DDR-Grenzregime zu bauen.


Die Point-Alpha-Stiftung wurde am 1. Januar 2008 gegründet von den Ländern Hessen und Thüringen, den Landkreisen Fulda und Wartburgkreis, der Stadt Geisa und der Gemeinde Rasdorf sowie den Gründervereinen auf thüringischer und hessischer Seite, die ihren gesamten musealen Besitz der Stiftung übereigneten. Vor kurzem hat auch der Bund als Zustifter die nationale Bedeutung der Stiftung anerkannt; die großzügige Förderung eines Kunst- und Ausstellungsprojekts zur friedlichen Revolution von Bund und Ländern hat das Angebot der Gedenkstätte sinnvoll erweitert.

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Dennoch bleibt viel zu tun: Mithilfe einer Förderung aus dem Konjunkturpaket soll ein Bildungshaus gebaut werden, das Schüler- und Studentengruppen Unterkunft und die Möglichkeit zu mehrtägigen Projekt- und Forschungsaufenthalten bietet. Doch ein solches Haus braucht auch ein Bildungsangebot, das erstellt und betreut werden muss. Stipendien und Akademien für Studenten aus Deutschland, den USA, Russland, den ost- und westeuropäischen Nachbarländern sollten an diesem authentischen Ort der Geschichte angeboten werden können. Die vielen noch unerforschten Fragen des Kalten Krieges sollten hier mit Blick auf die Zukunft der freiheitlichen Demokratie geklärt werden. Und nicht zuletzt müssen die Ausstellungen auf dem neuesten Stand der Forschung gehalten und dem Wissensstand der Besucher angepasst werden. In der Finanzkrise ist das für eine kleine Stiftung eine schwierige Aufgabe. Aber eine Aufgabe, die sich jeden Tag aufs Neue lohnt.

Uta Thofern ist Direktorin der Point-Alpha-Stiftung.

© Rheinischer Merkur Nr. 32, 06.08.2009


Quelle: http://www.merkur.de


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Tom Moak(R)

08.08.2009, 20:56

@ Tom Moak

Junge Liberale fordern mehr DDR-Aufklärung in Schulen

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Junge Liberale fordern mehr DDR-Aufklärung in Schulen

Fulda (fdi) - Anlässlich ihres Besuchs der Mahn- und Gedenkstätte "Point Alpha" an der ehemaligen innerdeutschen Grenzen zwischen Rasdorf und Geisa fordern die Jungen Liberalen (JuLis) im Landkreis Fulda eine stärkere Aufarbeitung der SED-Diktatur an Schulen.

Der Kreisvorsitzende der JuLis Mark Matthies, der auch Mitglied im Landesvorstand der FDP-Nachwuchsorganisation ist, kündigte an, sich bei Kultusministerin Dorothea Henzler (FDP) dafür einzusetzen, dass der Besuch von DDR-Gedenkstätten als verpflichtend in den Lehrplan aufgenommen wird und Lehrpläne geändert werden.


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Mahn- und Gedenkstätte "Point Alpha"
© fdi - se/mk


Nach einer kurzen Begrüßung durch den Fuldaer FDP-Bundestagskandidaten Mario Klotzsche, stand eine Führung durch das Museum sowie die Besichtigung der Grenzanlagen auf dem Programm. In einer anschließenden Diskussionsrunde ging es um die Aufklärung des DDR-Unrechts im Schulunterricht. "Die Aufklärungsarbeit an Schulen ist noch lange nicht abgeschlossen – hier liegt noch einiges im Argen", erklärte Matthies.

Dies mache vor allem die Studie "Soziales Paradies oder Stasi-Staat?" der Freien Universität Berlin deutlich. Demnach sind Aussagen wie "die Stasi war ein ganz normaler Geheimdienst" oder "die DDR war keine Diktatur, die Menschen mussten sich nur anpassen" bei Jugendlichen weit verbreitet. "Wenn dreiviertel deutscher Schüler nicht einmal wissen, wer die Mauer gebaut hat, ist es höchste Eisenbahn", warnt Matthies.

Der dramatisch hohen Unkenntnis der deutschen Geschichte nach 1945 vor allem bei jungen Menschen müsse man aktiv entgegentreten. "Die Verklärung und Verharmlosung der DDR in den Schulen muss eine Ende haben und die SED-Diktatur viel stärker im Schulunterricht verankert werden", so Matthies.

Die Lehrpläne für Geschichte müssten geändert werden. Eine wertneutrale Einordnung des DDR-Regimes dürfe nicht mehr stattfinden. "Den Schülern muss klargemacht werden, dass die DDR im Widerspruch zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung stand. Um die DDR "hautnah" zu erleben, sprechen sich die JuLis für häufigere Schulausflüge zu Orten der SED-Diktatur aus.

Ein Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Point Alpha vermittele Schülern ein realistisches Bild des DDR-Unrechts. Deshalb werde er sich Matthies bei FDP-Kultusministerin Henzler für verpflichtende Besuche solcher Gedenkstätten und die Änderung der Lehrpläne stark machen. "Es kann doch nicht sein, dass Schulklassen Unterrichtsausflüge zum Shoppen auf die Zeil nach Frankfurt machen, statt wichtige Orte deutscher Geschichte zu besuchen", erklärte Mark Matthies abschließend.

+++ fuldainfo

Quelle: http://www.fuldainfo.de


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Tom Moak(R)

28.08.2009, 12:40

@ Tom Moak

FZ-Aktion: - Jetzt bewerben: Treffen mit Zeitzeugen

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Jetzt bewerben: Treffen mit Zeitzeugen

POINT ALPHA Schüler treffen Zeitzeugen des Mauerfalls
und schreiben darüber einen Bericht für unsere Zeitung.


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David Altheide war zehn Jahre alt, als er mit seinen Eltern in der deutschen Botschaft in Prag
auf die Ausreise wartete. Darüber berichtet er am 9. November.

Archivfoto: Karl-Heinz Burkhardt

Geschichte erleben, mit Zeitzeugen sprechen und für die Leser unserer Zeitung journalistisch aufarbeiten:
Diese Möglichkeit haben drei Schulklassen aus dem Landkreis Fulda ab Jahrgangsstufe 9 am Montag, 9. November 2009.

Und bei diesem Datum liegt das Thema der „Geschichtsstunde“ nahe:
Der 20. Jahrestag der Grenzöffnung zwischen der DDR und der Bundesrepublik.

Auf Point Alpha bei Rasdorf erleben die Schüler einen interessanten Tag, der ihnen die Bedeutung der Teilung Deutschlands und gleichzeitig das Glück der Wiedervereinigung näherbringen soll. Auf dem ehemaligen Grenzbeobachtungsposten der Amerikaner an der Nahtstelle zwischen Ost und West treffen sie auf Zeitzeugen der friedlichen Revolution und arbeiten die Ergebnisse ihrer Recherchen bereits für den nächsten Tag auf einer Doppelseite in der Fuldaer Zeitung auf.


Möglich wird diese Chance für Schulklassen aus dem Landkreis Fulda durch eine Kooperation der Point-Alpha-Stiftung mit Sitz im thüringischen Geisa und dem Fuldaer Verlagshaus Parzeller. Den beiden Partnern ist viel daran gelegen, die Kenntnisse über die zweite deutsche Diktatur nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und das Wissen darüber insbesondere bei den Jüngeren zu fördern.

Mit der Beißzange durch den Eisernen Vorhang

Uta Thofern, die Direktorin der Point-Alpha-Stiftung, hat für den 9. November von einigen interessanten Gesprächspartnern die Zusage erhalten, für die Schüler zur Verfügung zu stehen. Dazu zählt beispielsweise David Altheide, der 1989 als Zehnjähriger die Flucht tausender DDR-Flüchtlinge in die Prager Botschaft der Bundesrepublik und die spätere Ausreise hautnah miterlebte.
Zugesagt hat auch Berthold Dücker, Chefredakteur der Südthüringer Zeitung. Er floh 1964 als 16-Jähriger mit Hilfe einer kleinen schwarzen Beißzange durch den Eisernen Vorhang zwischen Geismar und Setzelbach. Später half er an entscheidender Stelle mit, dass der ehemalige amerikanische Grenzbeobachtungsposten Point Alpha erhalten blieb und nicht der Abrissbirne zum Opfer fiel.

Gunter Weißgerber reist für diese Veranstaltung extra aus Leipzig nach Point Alpha. Der SPD-Bundestagsabgeordnete war 1989 Redner auf den Leipziger Montagsdemonstrationen und ab 1990 Abgeordneter der ersten frei gewählten DDR-Volkskammer. Weißgerber ist bekannt für seine klare Abgrenzung von parteiinternen Überlegungen für eine Zusammenarbeit mit den Linken.
Eine außergewöhnliche Geschichte hat Bernhard Fey zu erzählen. Er wurde 1975 bei einem Fluchtversuch an der DDR-Grenze von Selbstschussanlagen schwer verletzt und galt im Westen fortan als tot.

Zum Gedenken an seinen vermeintlichen Tod wurde später auf Point Alpha sogar ein Birkenkreuz aufgestellt, an dem Gedenkveranstaltungen stattfanden. Doch eines Tages nach der Wende tauchte er leibhaftig in der Gedenkstätte auf. Auch ein US-Soldat, der einst auf Point Alpha die Grenze bewachte, sowie Manfred May, Mitarbeiter beim Thüringer Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen und selbst Opfer der Stasi, werden vor Ort sein und den Schülern Rede und Antwort stehen.

ag

TEILNAHME

Für das Zeitungsprojekt der Fuldaer Zeitung und der Point-Alpha-Stiftung zum 20. Jahrestag des Mauerfalls können sich alle Schulklassen ab Jahrgangsstufe 9 aus dem Landkreis Fulda bewerben. Von Vorteil ist es, wenn eine Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte bereits im Unterricht erfolgte.
Die Schulklassen werden morgens kostenfrei mit einem Bus an ihrer Schule abgeholt und nach Point Alpha gefahren, wo sie von 9 bis 13 Uhr mit Zeitzeugen sprechen und die Ausstellungen besuchen können. Danach verfassen sie am Sitz der Point-Alpha-Stiftung in Geisa am Computer ihre Berichte für die Ausgabe der Fuldaer Zeitung am nächsten Tag. Anschließend erfolgt die Heimreise.

Interessierte Klassen können sich bis 30. September
anmelden bei alexander.gies(at)fuldaerzeitung.de.

Gehen mehr als drei Bewerbungen ein, entscheidet das Los.

/ ag



Veröffentlicht am 27.08.2009 21:09 Uhr




Quelle: http://www.fuldaerzeitung.de

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Tom Moak(R)

11.09.2009, 13:56

@ Tom Moak

Der Grenzlehrpfad zwischen Hessen und Thüringen

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Der Grenzlehrpfad zwischen Hessen und Thüringen

Geisa (dpa/tmn) - Heute ist es die Grenze zwischen Hessen
und Thüringen. Vor zwei Jahrzehnten stand hier der rund um die
Uhr bewachte Grenzzaun, der die beiden deutschen Staaten teilte.


Jugendliche, die nach der Wiedervereinigung geboren wurden, kennen die Geschichte nur vom Hörensagen, bei vielen anderen verblasst die Erinnerung. Helmut Henkel tut etwas dagegen. Der 65-Jährige stammt aus dem nahen Geisa in Thüringen und übernimmt regelmäßig Führungen auf dem Grenzlehrpfad. Organisiert werden sie von der Point-Alpha-Stiftung, die im «Haus auf der Grenze» mit einem Museum an die Geschichte der deutschen Teilung erinnert.

Henkel kennt die in der Rhön gelegene Gegend gut. Zusammen mit Besuchern schlägt er sich auf den Rundgängen durchs Unterholz vorbei an den Zementpfählen, die hier einst den Zaun hielten, dessen rostige Reste hier und dort herunterhängen. Manchmal stehen im Dickicht noch Steine mit der Aufschrift «GSW», die eine viel ältere Grenze als die zwischen der Bundesrepublik und der DDR markierten - jener zwischen dem Großherzogtum Sachsen-Weimar (GSW) und dem Königreich Preußen (KP). Dann steht man plötzlich im halbhohen Gras auf einem Weg - ein Teil der ehemals mehr als 1200 Kilometer langen Kolonnenstraße, auf der die DDR-Grenzer mit ihren Fahrzeugen fuhren.

Der Lehrpfad ist insgesamt 17 Kilometer lang. Er beginnt im Örtchen Wenigentaft und endet am Museum Geisa. Wenigentaft lag so nahe an der Grenze, dass es zum 500-Meter-Schutzstreifen in der Fünf-Kilometer-Sperrzone gezählt wurde. Hier kam nur hinein, wer hier wohnte oder eine besondere Erlaubnis hatte, erzählt Henkel. Wer ohne Führer los will, kann dies tun und wird sich dank der Beschilderung wohl nicht verlaufen. Entlang der Strecke erfahren die Wanderer an «Infopunkten» etwas über die ehemaligen Grenzbefestigungen, aber auch über geschleifte Höfe zum Beispiel.

Ganz in der Nähe von Wenigentaft liegt die Alte Buchenmühle. Das Schicksal ihrer Bewohner ist exemplarisch für zahllose Familien, die das Grenzgebiet schließlich verlassen mussten: Die Jahrhunderte alte Buchenmühle lag direkt auf der Grenze. Ein Teil des Hofes stand auf der thüringischen Seite und wurde 1961 von den Grenztruppen abgerissen. Die Fundamente sind teilweise heute noch zu sehen. Opfer hat die Grenze auch bei denen gefordert, die sie bewacht haben. An der alten Straßensperre der Bundesstraße 84 wurde 1956 der Grenzpolizist Waldemar Estel erschossen. Der Täter sei vermutlich ein Spanier gewesen, sagt Henkel. Die Tat wurde nie aufgeklärt.

Nach Helmut Henkels Erinnerung waren die Grenzer in den Augen der Bevölkerung keine Bösewichter: «Das waren doch einfach nur Jungs, die ihren Wehrdienst abgeleistet haben. Mit denen haben wir Fußball gespielt.» Nur mit den Offizieren habe man nichts zu tun gehabt. Henkel erzählt von seinem Bruder, der auch irgendwann «rübergemacht» hat. Und dass er selbst geblieben sei, damit die Mutter nicht alleine in der DDR zurückbleiben musste. Und er erzählt von seinem ehemals besten Freund, der ihn für die Stasi bespitzelte. «Ich bin ihm nicht mehr böse. Aber ich würde gerne wissen, warum er das getan hat.»

Nur schemenhaft sind im Nebel die hohen Zäune zu erkennen, über die niemand einfach von Ost nach West klettern sollte. Das war damals vor der deutsch-deutschen Wiedervereinigung, als der Versuch eines unerlaubten Grenzübertritts den Flüchtenden das Leben kosten konnte. Heute, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, die größtenteils ein Zaun war, klicken hier die Kameras der Besucher, die sich ein Bild davon machen wollen, wie der Alltag am Eisernen Vorhang ausgesehen hat.




Informationen:

Thüringer Tourismus Gmbh
Willy-Brandt-Platz 1
99084 Erfurt
Telefon: 0361/37 420

Informationen über Thüringen: www.thueringen-tourismus.de

Informationen der Point-Alpha-Stiftung: www.pointalpha.com



© sueddeutsche.de - erschienen am 11.09.2009 um 09:54 Uhr



Quelle: http://newsticker.sueddeutsche.de


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