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Aufgeschnappt: » "Zonen der Barbarei" part I

verfasst von Hausmeister Krause, 24.08.2007, 05:44

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» Hier spricht der Aushilfshausmeister!

» Aufgeschnappt: " In den Zonen der Barbarei"



Herzlich Willkommen in der Hauptstadt

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und noch eins: Bitte, Befreit uns niemehr........OK!

Eine Nachbarin klagt: Bei ihr gegenüber sei 2005 ein Mitarbeiter von Schäuble eingezogen, ein Computerspezialist, der nie verreise, dafür jedoch die härtesten SM-Spiele veranstalte. Durch die dünne Wand höre sie jede Nacht lautes Geschrei, Stöhnen, Geheul, Bellen, Kettenklirren…Auf die Dauer sei das nicht auszuhalten. Dann würden noch die Drogendealer den Keller neuerdings als Waren-Depot benutzen und der Hausverwalter, der dagegen einschreiten müsse, tue nichts anderes als im Internet zu surfen und zu hacken, auch in ihren Computer habe er sich schon reingehackt. Seitdem habe sie einen zweiten - ohne Internetanschluß, den sie für ihre privaten Aufzeichnungen benutze.

Nach der Wende wurde eine ganze Reihe von NVA-Offizieren in die Bundeswehr übernommen. Einigen ist das jedoch nicht gut bekommen: Im Benjamin-Franklin-Krankenhaus müssen sie sich nun psychiatrisch behandeln lassen. Ihnen war nach 1990 die schwerste Aufgabe zugefallen: Sie mußten die einstigen “Gegner” plötzlich als Vorgesetzte, “Partner” und Kameraden akzeptieren - und zwar aus vollem Herzen. Das gelang nicht allen. Einer erholte sich jedoch nach einigen Wochen im Krankenhaus - und absolviert jetzt eine Umschulung zum Versicherungsvertreter. 1986 schrieb er - als Marineoffizier - seine Doktorarbeit über “Die Eroberung Schleswig-Holsteins”, sie war so gut, dass die Bundeswehr sie noch immer unter Verschluß hält.

Rudolf Stoert berichtete in der Zeitschrift “Gegner”, dass und wie auf der Berliner U-Bahnlinie 8 einige junge Fixer verschwanden. Sie waren plötzlich einfach nicht mehr da. Und niemand suchte nach ihnen oder schien sie zu vermissen.

Hinter dem Bahnhof Zoo befindet sich der Wirtschaftshof des Zoos. Fast täglich finden sich dort Mütter ein - mit einem Karton oder einem kleinen Käfig in der Hand. Darin befinden sich junge, oft gerade erst geborene Meerschweinchen, weisse Mäuse, Ratten oder Zwergkaninchen. Der Zoo nimmt sie gerne - um sie an seine Raubtiere zu verfüttern. Die Mütter haben zwar ein schlechtes Gewissen dabei, aber ihre Wohnsituation erlaubt es nicht, dass sich die Spieltiere ihrer Kinder derart “unkontrolliert vermehren” - und die Kinderbauernhöfe nehmen schon lange keinen Nager-Nachwuchs mehr an - sie sind voll: “Also was soll man machen?!”

Da staunte der Stromableser in einem Hochhaus auf der Fischerinsel: Das junge Ehepaar mit zwei Kindern im Alter von drei und sechs Jahren, bei der er geklingelt hatte, ließ ihn zwar rein, beachtete ihn jedoch nicht, sondern suchte verzweifelt irgendetwas in und unter ihrer Couchgarnitur und auf dem Teppich. Schließlich gaben sie resigniert auf: “Scheiße, der Kleine hat schon wieder die ganze Tüte Exstacy geschluckt,” erklärte der Kindsvater dem Stromableser.

Am U-Bahnhof Krumme Lanke steht ein junger Mann und hat eine blutige Nase. Auf Nachfrage erklärt er, dass er Chemiker sei - und sich auf “Partydrogen” spezialisiert habe, damit beliefere er regelmäßig an der Krummen Lanke seine Freunde. Aber fast ebenso regelmäßig würden sie ihnen dort von den “Türkenjungs” gewaltsam wieder abgenommen werden. Dieses Mal habe er sich eingemischt - und dabei eins auf die Fresse bekommen.

Ein Mann geht nachts am Mariannenplatz vorbei, drei rumänisch redende Männer lösen sich aus dem Schatten der Kirche, einer überholt den Mann, ein zweiter bleibt zurück, der dritte holt den Mann von hinten ein und zieht einen Totschläger. Er will ihm damit gerade den Kopf zerschmettern, da springt der Mann zur Seite und läuft weg, aber der vorausgegangene junge Rumäne holt ihn ein, schreit “Geld, Geld, Geld!”. Der Mann gibt ihm noch im Laufen seine Brieftasche. Es befinden sich nur 5 Euro darin. Für neue Ausweise muß der Mann dann jedoch mehrere hundert Euro zahlen. Die Postbank kündigt ihm sein Konto, weil er seine Scheckkarte “Dritten” überlassen habe. Und die Staatsanwaltschaft stellt wenig später das “Verfahren” ein.

Am U-Bahnhof Görlitzer Straße hält sich regelmäßig eine junge Kroatin auf - um zu betteln. Irgendwann lernt sie einen älteren Türken kennen. Dieser macht sie mit zwei Freunden bekannt, sie nehmen die Kroatin mit in ihre Wohnung, wo sie sie einsperren. Gegen Bezahlung dürfen alle ihre Bekannten sie vergewaltigen. Die Kroatin wird immer apathischer und fertiger. Irgendwann ist sie verschwunden. Man sagt, dass die zwei Wohnungsbesitzer sie nächtens im Görlitzer Park “entsorgt” hätten, aber das ist hoffentlich nur ein Gerücht.

Eine Berliner Zeitung listete gestern alle Mafiagruppen auf, die in Deutschland ihr Unwesen treiben: Bis auf die Rocker nur Ausländer! Und was ist mit der Westberliner Immobilienmafia (Kudamm), den schwäbischen Gentrifizierern (im Prenzlauer Berg), den sogenannten Unternehmensberatern (aus Bremen), den ganzen Neonazigruppen in Lichtenberg, Hohenschönhausen, Oberschöneweide etc., den Altnazis in Wilmersdorf - um nur einige deutsche Verbrecherbanden zu nennen?

Auch die ganzen Presseberichte, Romane, Spiegel-TV-Reportagen und -Features über soziale Brennpunkte und Problembezirke (Wedding, Neukölln, Kreuzberg, Oberschöneweide) strotzen nur so vor Ausländer- bzw. Ostler-Feindlichkeit, vor Übertreibungen und Lügen. Einige seien erwähnt:

Oberschweineöde

Diese Verballhornung des Köpenicker Stadtteils Oberschöneweide hatte es dem Autor Karsten Otte besonders angetan in der B.Z.-Serie “Mein Kiez-Tagebuch”. Sein Text ist ähnlich schweinös wie die Kreuzberg-Berichte der FAZ und der Neukölln- Report des Spiegel, den das Montagsmagazin nun gar mit einem Wedding-Artikel toppte. In Oberschöneweide debattierte jüngst der dortige Unternehmerstammtisch den B.Z.-Artikel über ihren “Problembezirk”: “Alles erstunken und erlogen!” so das Resümee.

Im einzelnen. “Die gesamte Tendenz des Autors lautet: ,Dort lebt nur Abschaum’ - das ist menschenverachtend! So weit, daß unter einem Foto von einem Krüppel, das noch nicht einmal im Kiez aufgenommen wurde, steht: ,Aufbruch-Stimmung in Oberschöneweide’.” Über das Stammpublikum des neben dem Wilhelminenhofstraßen-Puff gelegenen Nachtcafés “Hollywood” schreibt der Autor: “Die Gäste sehen (dort) zwar auch nicht besser aus als die der ,Stumpfen Ecke’, doch der Barkeeper grinst verheißungsvoll seine Kunden an…” Im “Hollywood” gibt es überhaupt keinen “Barkeeper”, dort arbeiten ausschließlich “Blondinen”.

Über die pleitegegangene Kneipe “Sportlerklause” weiß der Westjournalist: Dort “verkehrten früher die Vorarbeiter!” Solche gab es in der DDR überhaupt nicht, und sowieso war die “Sportlerklause” eher eine Schläger- und Kleinkriminellen-Kneipe. Diese “Knastis” sollen dagegen laut B.Z. im “sagenumwobenen Haus der tausend Biere” gezecht haben. Eine Kneipe dieses Namens hat es im biersortenarmen Osten Berlins nie gegeben. Die Kneipe selbst gibt es dagegen noch immer - sie war nie “sagenumwoben”: Zu DDR- Zeiten hieß sie “Zur Wuhlheide”, nach der Wende “Haus der hundert Biere” und jetzt “Kolbico”.

Die wenigen noch lebenden “Werktätigen” Oberschöneweides - angeblich Nachwende-”Nachbarn” des Autors - gingen stets in die “Stumpfe Ecke”, “um dort die Reste ihres Menschseins mit Wodka endgültig zu liquidieren”. Hierzu merkte der Oberschöneweider Unternehmerstammtisch an: “Dort hat noch niemand Wodka getrunken, den gibt es in der Stumpfen Ecke schon seit 1961 nicht mehr!”

Als die Queen das von den Engländern übernommene Kabelwerk besuchte, standen laut B.Z. extra “die Bewohner der angrenzenden Westbezirke” Spalier in der Wilhelminenhofstraße, “um fleißig mit der britischen Fahne zu winken” - damit die Queen auf keine Osteinheimischen stoße: “finstere Gestalten” allesamt! Wahr ist zwar, daß die britische Kabelfirma, die das Werk schändlicherweise nur übernahm, um Fördergelder zu kassieren und dann die Produktion einzustellen, sich nicht entblödete, einige Jubel-Westler an den Straßenrand zu stellen. Aber weder sie noch die Anwohner bekamen etwas von der Queen mit, da diese auf der Spree mit einem Schiff ans Werk fuhr.

Auch daß der Autor meint, es gäbe in Oberschöneweide Tote, die so lange in ihren Wohnungen lägen, daß die Maden sie bereits verlassen und in die Nachbarwohnungen zu noch lebenden Oberschweineödern gezogen seien, hält der am Unternehmerstammtisch anwesende Ex-MdB H.P. Hartmann für mindestens so übertrieben, wie daß der “ehemalige Arbeiterbezirk eine ,postgrufte Atmosphäre’” ausstrahle, die “nach Feierabend einem ,atomar verseuchten Gebiet’” gleiche.

Besonders erbost hat den im Problembezirk aufgewachsenen Hartmann der Satz: “Landete der gewöhnliche Oberschöneweider doch mal im Ehebett statt in der Gosse, ging es der Frau, dem Kind und der Wohnungseinrichtung an den Kragen.”

Der Wedding

Die Oberschöneweider Empörung über den o.e. B.Z.-Artikel von Karsten Otte, dessen neuestes Buch ich gerade lesen und rezensieren sollte, was ich natürlich ablehnte, ging dann so weiter: Nachdem die B.Z. sich geweigert hatte, Leserbriefe zu ihrem “Mein Kiez”-Artikel von Karsten Otte abzudrucken, weil sie angeblich “zu aggressiv” waren, wurde in der ehemaligen AEG- Transformatorenfabrik eine Protestveranstaltung organisiert. Das Schändliche des Otte-Artikels wurde dort vor allem unter dem Aspekt des Vergraulens von Investoren im Problembezirk gesehen. Ein Unternehmer witterte gar “politische Absicht”. Ein Lehrer bezeichnete den Artikel als “faschistisch”, was jedoch vom anwesenden B.Z.-Lokalchef - ein bis zur Ausdruckslosigkeit glatter Elitelutscher - abgestreift wurde.

Vier Tage später fand in der Nachbarschaftsetage der Weddinger Projekte-Fabrik Osloer Straße ebenfalls eine Protestveranstaltung statt. Hier ging es um eine “Spiegel-TV”-Reportage und einen Spiegel-Artikel über den Wedding. Der Autor beider Beiträge, Thomas Heise, war ebenfalls anwesend. In immer neuen Anläufen versuchten Lehrer, Streetworker, Arbeitslose und Leute, die im Film mitgespielt hatten, zu beweisen, daß sein Machwerk exakt der faschistischen Verunglimpfung der Juden nachfolge: Wanderratten - Schnitt - Zigeuner - Schnitt - Kakerlaken - Schnitt - junge Türken - Schnitt - Müll - Schnitt - Polizeirazzia - Schnitt - Pistole - Schnitt usw. Er wollte damit bloß eine Studie von Professor Häußermann über die drohende “Verslumung” ganzer Stadtteile illustrieren, verteidigte sich der “linke” Autor. Eher hatte er jedoch die schändliche “Ratten”-Äußerung des Berliner CDU-Vordenkers Landowsky bebildert. Einer der mitwirkenden Jugendlichen, Ibo, erzählte: “Drei Tage hat er bei uns gedreht, und dann nur das Schlechteste genommen, uns sogar noch betrogen, indem er sagte, die Kamera sei aus, in Wirklichkeit filmte er aber weiter. Dabei gab es auch Positives. Zum Beispiel all die Mädchen aus Steglitz, die sagten, hier im Wedding sei es besser als bei ihnen, auch die Jungs wären besser.” Der Streetworker aus dem Boxclub Astoria entschuldigte sich bei den Anwesenden, weil er derart naiv auf Heise hereingefallen war. Nicht nur dem Autor, sondern auch den anwesenden Behördenvertretern erklärte sodann eine “Mutter”: “Systematisch werden im Wedding die alternativen Einrichtungen zerstört - von den Politikern, und dafür bekommt man nun gesagt: Die Ausländer sind schuld an eurer Misere. So läuft hier das Spiel.”

“Daß die Zahl der Ratten zugenommen hat, dafür kann ich doch nichts, ich habe nur gefilmt, was ist”, wiederholte Thomas Heise. Ein Fernsehmann aus dem Osten, inzwischen Bambi-Preisträger, sprang ihm zur Seite: “Wenn hinterher alle gemeckert haben, war ich zufrieden mit meiner Arbeit!” Ein Assistent von Professor Häußermann äußerte sich über den Spiegel-Artikel von Heise: “Ich war früher Lokaljournalist, für solch einen Text hätten sie mich damals rausgeworfen!” Das waren noch Zeiten! Dann kam aber die Wende, die FAZ-Statthalterin bei der Neuen Zeit meinte sogleich: “Das ist auch ein Problem Berlins: Zu viele Journalisten schauen auf - nichts!”

Kreuzberg

Ständig geht es in den Massenmedien um die Türken, die Islamisten, um Grill- sowie Kopftuchverbot und die Integration der Ausländer…Von Kreuzberg aus ist das nicht nach zu vollziehen - hier sind die Deutschen eher das Problem: Gäbe es hier nicht die vielen Türken, wäre dieser Bezirk schon längst ein Alptraum, denn sie bilden das einzig stabilisierende Element: Mit ihren ersten proletarischen Festanstellungen, den nachgeschleppten bäuerlichen Familien- und Sippenzusammenhängen, den kommunistischen Organisationen, den Sportvereinen, Läden und schließlich den islamischen Gemeinden… Während die deutschen Arbeiter in Kreuzberg ab 1945 meist nach Westdeutschland wegzogen - und nur die Fußkranken zurück blieben, d.h. Kleinkriminelle, Alkoholiker und Verwirrte. Deren Reihen lichteten sich schnell, wiederaufgefüllt wurden sie dann von der Nachkriegsboheme, aber diese Kunsttrinker und Gerechtigkeitsschlingel konnte man auch nicht gerade als stabilisierendes Element eines Bezirks bezeichnen.

“Die feuchten Keller und die alten Sofas sind wieder gefragt, die Ofenrohre, die Ratten. Dazu muß man sich die Haare lang wachsen lassen, muß herumziehen, muß herumschreien, muß predigen, muß betrunken sein und die alten Leute verschrecken. Man muß immer allein und zu vielen sein, mehrere mitziehen, von einem Glauben zum andern. Die neue Religion kommt aus Kreuzberg, die Evangelienbärte und die Befehle, die Revolte gegen die subventionierte Agonie. Es müssen alle aus dem gleichen Blechgeschirr essen, eine ganz dünne Berliner Brühe, dazu dunkles Brot, danach wird der schärfste Schnaps befohlen, und immer mehr Schnaps, für die längsten Nächte. Die Trödler verkaufen nicht mehr ganz so billig, weil der Bezirk im Kommen ist, die Prediger und die Jünger lassen sich bestaunen am Abend und spucken den Neugierigen auf die Currywurst. An einem Haustor, irgendeinem, wird gerüttelt, ein Laternenpfahl umgestürzt, einigen Vorübergehenden über die Köpfe gehauen. Nach Mitternacht sind alle Bars überfüllt.” Das sagte Ingeborg Bachmann - in ihrer Dankesrede zur Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1964!

Bald danach wurden die ersten Studenten in den “Problembezirk” abgetrieben - aus Charlottenburg, wo sie die leerstehenden großen Wohnungen belegt hatten. Als die Hausbesitzer sich einige Jahre nach dem Mauerbau wieder zurücktrauten, drängten sie die Studenten nach Kreuzberg ab, wo zur gleichen Zeit die Türken aus ihren Wohnheimen hinzogen. Und schon machten ihnen die Deutschen dort das Leben schwer: “Türken raus aus Kreuzberg - warum nicht?!” titelte z.B. die Zitty. Und die Bezirksverwaltung drangsalierte sie mit “Zuzugsperren” - damit sie nicht ihre Familien nachholten. Immerhin lautete dann die berühmteste Kreuzberger Parole, an der Brandmauer der ersten (palästinensischen) Pizzeria “Samira”: “Rheinländer raus - Ausländer rein!” Und in der Tat, diese ganze freiheitlich-beschwipste schwäbisch-rheinländische Juvenilität, die sich dort ausbreitete, war eine schwere Belastung für den Bezirk: Sie gaben sich großkotzig, laut, drogensüchtig, pißten überall “Punk rules OK” hin und sprachen von “unserem Kiez”. Es ist geradezu bewunderungswürdig, wie tolerant die Türken auf diese ganzen westdeutschen Kotzbrocken reagierten. Deren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben war jedenfalls weniger als Null. Dafür sprachen sie jedoch von “unserem Kiez, den wir uns mühsam aufgebaut haben”. Und eifrig kreierten sie dafür jede Menge neue Moden, die von den Galeristen im Verein mit den Massenmedien sofort zum “Mythos Kreuzberg” hochgejubelt wurden.

“Wir erst haben Berlin an den Weltkunstmarkt angeschlossen,” so trompetete z.B. der Moritzboy-Maler Lüpertz und die Modemacherin Claudia Skoda meinte 1979: “Kreuzberg ist unerhört vielfältig!” Aber gleich nach dem Mauerfall gestand sie dem Tip: “Nie wieder Kreuzberg!” - und zog ab nach Mitte, wo auch der CDU-Ekelprotz Landowsky sofort “die interessante Szene” ausmachte, während in Kreuzberg seiner Meinung nach nur “Junkies, Gewalt und Ausländer zurück blieben”. Genau das Gegenteil war der Fall: Dass es diese ganzen jungdeutschen “Kreativen” sofort in die angesagten Ostbezirke trieb - nach 89, hat Kreuzberg außerordentlich gut getan. Und wenn der letzte deutsche Wirrschopf den Bezirk verlassen hat, könnte es glatt gemütlich werden, wenn auch noch die Polizei verschwände, die Nacht für Nacht junge Schwarzköpfe an die Wand stellt - noch, um sie nur zu “kontrollieren”. Selbst für die Sozialhilfe sind hier die Türken zuständig - und nicht die Sozialämter, von denen sich alleinerziehende Türkinnen bisweilen sagen lassen müssen: “Das Geld ist nur für Deutsche!” Dagegen versorgen z.B. die türkischen Gewerbetreibenden allein in der Wienerstraße drei dort auf der Straße lebende Durchgeknallte (zwei Deutsche und einen Afrikaner).

In Summa muß man inzwischen sagen: Der Exodus der Deutschen (Trendhechler) aus Kreuzberg in den Osten hat dem Bezirk außerordentlich gut getan! Ganz anders sieht das natürlich der CDU-Ekelprotz Landowsky: “Die interessante Szene” hat sich nach Mitte verlagert, trötete er im Tagesspiegel, während in SO 36 nur “Junkies, Gewalt und Ausländer zurückblieben”.


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