Tom Moak's little Forum

zurück zur Homepage
Forums-Ausgangsseite

log in | registrieren

zurück zum Forum
Board-Ansicht  Mix-Ansicht

Aufgeschnappt: » " In den Zonen der Barbarei" part III

verfasst von Hausmeister Krause, 24.08.2007, 06:10

» » Hier spricht der Aushilfshausmeister!



"Zonen der Barbarei"

Aufgeschnappt:


Das Prinzenbad mit seinen großzügigen Schwimmbecken und Wiesenflächen ist aus heutiger stadtplanerischer Sicht purer Luxus. Zudem zahlt ein Großteil der Gäste nur das Sozialticket. Die Kosten für den Betrieb kommen nicht ausreichend wieder rein. Als die Anlage in den 50er Jahren geplant wurde, sollte sie ganz praktische Probleme lösen: 80 Prozent der Kreuzberger Bevölkerung lebte in beengten Verhältnissen ohne eigenes Bad. Bis 1975 unterstanden die Bäderbetriebe als Einrichtungen der Volkshygiene dem Gesundheitsamt, danach der Sportverwaltung.
Heute sieht der Bezirk sich vor allem ökonomischen Problemen gegenüber. Viele Familien sind von Armut und sozialem Abstieg bedroht.

„Bei den Kindern arabischer Herkunft ist es am schlimmsten.“ erklärt mir Hadi (Migrationshintergrund, iranisch), der zu den Stammschwimmern des Prinzenbades zählt. „Zuhause hören sie ständig die Eltern von Abschiebung reden, dann kommen sie hierher und können sich nicht einmal ein Eis leisten. Natürlich sind die frustriert. In den Herren-Duschen gibt es oft Ärger. Viele haben keine Ausbildung, und in unserer Gesellschaft keine Persepektive. Nun will man sie auch hier abschieben. Aber das Problem ist damit nicht gelöst. Es ist dann vor der Tür. Und was ist das für eine Gemeinheit mit dem „Migrationshintergrund“? Das sind doch Kreuzberger Bürger.
Manchmal glaube ich, die wollen die große Wiese abteilen, und dort vielleicht einen Mini-Golf-Platz einrichten oder so. Deshalb wird jetz so ein Wind gemacht. Das kommt denen gerade recht. Was soll denn aus uns allen werden, wenn die das hier dicht machen? Es gibt ein islamisches Sprichwort: Wegen eines Alkoholikers macht man nicht gleich die ganze Moschee zu.“

Im Juni berichtete die Berliner Zeitung, dass die Bäderbetriebe hier für Touristen Schlafboxen aufstellen wollen. 5 Boxen wurden bereits produziert: „Wenn alles klappt, sollen die Boxen noch in diesem Jahr aufgestellt werden. Das wünscht sich jedenfalls Bäderchef Klaus Lipinsky. Er hat bei verschiedenen Bezirken angefragt, in Friedrichshain-Kreuzberg war die Resonanz positiv. Deshalb soll das Projekt zuerst im Prinzenbad verwirklicht werden. “Das ist ideal, denn es ist das einzige Freibad mit U-Bahn-Anschluss und hat Kultstatus”, freut sich Lehner. Er versucht zusammen mit den Bäderbetrieben jetzt beim Bezirk eine Genehmigung zu bekommen - was nicht ganz einfach ist. Bäder sind im Flächennutzungsplan als Sportflächen ausgewiesen und eine Bebauung deshalb nicht möglich. “Man muss das irgendwie geschickt beantragen”, so Lipinsky.“


Marzahn

Einmal befanden sich die Jugendlichen des Freizeit-Clubs “Wurzel” in Marzahn-West auf Fahrradtour nach Stralsund. Unterwegs erfuhr Ost-Mitarbeiter Ralph aus der Zeitung, daß sein angeblich schon seit längerem geschlossener Club nunmehr einem “Skin-Projekt” zur Verfügung gestellt worden war, unter der Leitung des Westberliner Sozialpädagogen Michael Wieczorek. Dieser hatte zuvor als “Streetworker” im benachbarten Falkenberg ein “Videoprojekt mit Skins” geleitet, das dann, seiner Meinung nach durch einen diffamierenden RTL-Bericht, gestorben war. In Marzahn hat die PDS 3.000 Mitglieder, etliche machten sich auch einen Kopf über die Verrohung der Sitten unter den dortigen Jugendlichen. Ihnen verriet Wieczorek: “Ich will in die ,Wurzel’, die ist sowieso immer geschlossen” (außerdem lief seine ABM-Stelle gerade aus!).

Er schaffte es dann über einen SPD-Überläufer, der zur Belohnung Jugendamts-Direktor in Marzahn geworden war. Dessen Frau hatte sich zur gleichen Zeit mit einer sozialpädagogischen Fortbildungsstätte selbständig gemacht, wo u.a. auch der Ehemann Kurse abhielt. Diesem “Projekt” half der Verband für sozialkulturelle Arbeit, verzahnt mit dem in Marzahn sehr aktiven Westberliner Sozialpädagogischen Institut (SPI) der Arbeiterwohlfahrt.

Der Jugendamts-Direktor gab dafür dem SPI die “Wurzel”, die dann Streetworker Michael reinholte, dazu noch eine weitere feste Stelle sowie fünf Honorarkräfte, zwei Kleinbusse und 100.000 DM Sachmittel jährlich - zur Betreuung von 15 Skinheads. Finanziert wurde und wird der ganze Spaß drei Jahre lang vom Familienministeriums-”Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt”, kurz “Gewalt-Topf” genannt. Das funktioniert überall so in der Ex-DDR: Wenn man nach oben duckt und nach unten tritt - Ausländerheime abfackelt, Punks zusammenschlägt, zum Baseball-Schläger greift… bekommt man qualifizierte Betreuung, Clubhäuser, Videoanlagen, fette Sachmittel, Reisen in die Sahara und die USA und dann auch noch eine gute Presse. In einigen Orten, in Eisenach z.B., gibt es nur noch Clubs und Gelder für Neonazis, für normale und linke Jugendliche gar nichts! Wenn letztere, wie in Kreuzberg, sich jedoch zusammenreißen und anfangen, nach oben, gegen Entmieter z.B., zu treten, dann organisiert und finanziert der Innensenator höchstselbst eine Bürgerabwehr-Truppe, die er auch noch ironisch “Solidarpakt der Opfer” nennt.

Wurzel-Sepp Wieczorek, der sich erst, als West-”Linker”, an die Ost-Linken im Bezirksamt ranschleimte, macht jetzt, nach finanzieller Absicherung seines “Projekts”, ebenfalls Front gegen Punks und Antifas - und scheut dabei nicht vor dreisten Lügen zurück. In seinem “Praxisbericht” für SPD-Jugendsenator Krüger schreibt er z.B. über eine Kreuzberger “Kampfdemo” in Marzahn: “Die etwa 350 türkischen, ,autonomen’ Jugendlichen waren mit Äxten, Schlagwerkzeugen und Pistolen gerüstet.” Da stimmt nix: Ich war selber dort, es wurde nichts “zerstört” und niemand “verängstigt”.

Seine Kurzzeit-Streetworker- Hilfskraft Inge setzte später in der FR noch einen drauf: “Die PDS organisiert Demos gegen die Wurzel.” Das ist nun schier infam, denn ausgerechnet die PDS- Abgeordnete Bettina Pech half und hilft immer wieder Marzahner Skins, und auch die PDS- Stadträtin Margrit Barth unterstützt diesen Neonazi-Resozialisierungs-Luxusmuff geradezu selbstlos. Dabei hat sich an diesem Punkt mit der Wende nichts geändert: Wie Heiner Müller neulich ausführte, “wurden die Skinheads früher von der Stasi hofiert und gegen die Punks benutzt”. Diese Strategie wird jetzt von der hier herrschenden SPD- Sozialmafia bloß verfeinert.

befanden sich die Jugendlichen des Freizeit-Clubs “Wurzel” in Marzahn-West auf Fahrradtour nach Stralsund. Unterwegs erfuhr Mitarbeiter Ralph aus der Zeitung, daß sein angeblich schon seit längerem geschlossener Club nunmehr einem “Skin-Projekt” zur Verfügung gestellt worden war, unter der Leitung des Westberliner Sozialpädagogen Michael Wieczorek. Dieser hatte zuvor als “Streetworker” im benachbarten Falkenberg ein “Videoprojekt mit Skins” geleitet, das dann, seiner Meinung nach durch einen diffamierenden RTL-Bericht, gestorben war. In Marzahn hat die PDS 3.000 Mitglieder, etliche machten sich auch einen Kopf über die Verrohung der Sitten unter den dortigen Jugendlichen. Ihnen verriet Wieczorek: “Ich will in die ,Wurzel’, die ist sowieso immer geschlossen” (außerdem lief seine ABM-Stelle gerade aus!).

Er schaffte es dann über einen SPD-Überläufer, der zur Belohnung Jugendamts-Direktor in Marzahn geworden war. Dessen Frau hatte sich zur gleichen Zeit mit einer sozialpädagogischen Fortbildungsstätte selbständig gemacht, wo u.a. auch der Ehemann Kurse abhielt. Diesem “Projekt” half der Verband für sozialkulturelle Arbeit, verzahnt mit dem in Marzahn sehr aktiven Sozialpädagogischen Institut (SPI) der Arbeiterwohlfahrt.

Der Jugendamts-Direktor gab dafür dem SPI die “Wurzel”, die dann Streetworker Michael reinholte, dazu noch eine weitere feste Stelle sowie fünf Honorarkräfte, zwei Kleinbusse und 100.000 DM Sachmittel jährlich - zur Betreuung von 15 Skinheads. Finanziert wurde und wird der ganze Spaß drei Jahre lang vom Familienministeriums-”Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt”, kurz “Gewalt-Topf” genannt. Das funktioniert überall so in der Ex-DDR: Wenn man nach oben duckt und nach unten tritt - Ausländerheime abfackelt, Punks zusammenschlägt, zum Baseball-Schläger greift… bekommt man qualifizierte Betreuung, Clubhäuser, Videoanlagen, fette Sachmittel, Reisen in die Sahara und die USA und dann auch noch eine gute Presse. In einigen Orten, in Eisenach z.B., gibt es nur noch Clubs und Gelder für Neonazis, für normale und linke Jugendliche gar nichts! Wenn letztere, wie in Kreuzberg, sich jedoch zusammenreißen und anfangen, nach oben, gegen Entmieter z.B., zu treten, dann organisiert und finanziert der Innensenator höchstselbst eine Bürgerabwehr-Truppe, die er auch noch ironisch “Solidarpakt der Opfer” nennt.

Wurzel-Sepp Wieczorek, der sich erst, als West-”Linker”, an die Ost-Linken im Bezirksamt ranschleimte, macht jetzt, nach finanzieller Absicherung seines “Projekts”, ebenfalls Front gegen Punks und Antifas - und scheut dabei nicht vor dreisten Lügen zurück. In seinem “Praxisbericht” für SPD-Jugendsenator Krüger schreibt er z.B. über eine Kreuzberger “Kampfdemo” in Marzahn: “Die etwa 350 türkischen, ,autonomen’ Jugendlichen waren mit Äxten, Schlagwerkzeugen und Pistolen gerüstet.” Da stimmt nix: Ich war selber dort, es wurde nichts “zerstört” und niemand “verängstigt”.

Seine Kurzzeit-Streetworker- Hilfskraft Inge setzte später in der FR noch einen drauf: “Die PDS organisiert Demos gegen die Wurzel.” Das ist nun schier infam, denn ausgerechnet die PDS- Abgeordnete Bettina Pech half und hilft immer wieder Marzahner Skins, und auch die PDS- Stadträtin Margrit Barth unterstützt diesen Neonazi-Resozialisierungs-Luxusmuff geradezu selbstlos. Dabei hat sich an diesem Punkt mit der Wende nichts geändert: Wie Heiner Müller neulich ausführte, “wurden die Skinheads früher von der Stasi hofiert und gegen die Punks benutzt”. Diese Strategie wird jetzt von der hier herrschenden SPD- Sozialmafia bloß verfeinert.

Aber wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch

Nachdem Nationalsozialismus und Krieg den “Roten Wedding” nahezu platt gemacht hatten, entstand in den Siebzigerjahren mit Thaibordellen und Bumstourismus ein “Gelber Wedding”. Beide siechten zuletzt fast gemütlich vor sich hin - bis die wende- und globalisierungsbedingte Verarmung auch noch die Reste davon vertrieb. Eine Zeit lang geisterte der Bezirk, namentlich der Kiez nördlich der Bornholmer, als neuer “Slum” durch die Presse. Aber auch hier, wie überall im Wedding, und das nicht erst seit gestern, gibt es viele unspektakuläre, dafür aber umso wirkungsvollere Basisinitiativen.

Die neueste stammt von Jens Hettwer, einem Hörgeräteakustikmeister, der 1980 in der Holländerstraße am Schäfersee sein erstes Fachgeschäft eröffnete. Hettwer ist in zweiter Ehe mit der türkischstämmigen Fatma verheiratet. Er hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe und sie zwei fast erwachsene Töchter. Nachdem die beiden sich zusammengetan hatten, wurde die türkische Sprache für Herrn Hettwer langsam zur zweiten Heimatsprache.

Vor einem Jahr eröffnete er überdies in der Stettiner Straße ein zweites Hörgerätegeschäft speziell für türkische Kunden. Teile der Einrichtung kamen aus Istanbul, und es wurden zwei türkischsprachige Mitarbeiter eingestellt. Fast könnte man bei Jens Hettwer von einer umgekehrten Integration sprechen, seine neun Angestellten würden dies bestätigen.

Von einem befreundeten Schweizer Lehrer erfuhr das Ehepaar unlängst von einer Tagesschule für körperlich und geistig Behinderte in der Türkei - in Anamur -, dem die Schließung drohte, weil die Schüler dort mit Bussen aus den Dörfern abgeholt werden und es dabei Transportprobleme gab: nämlich aus Geldmangel nicht genug Sprit. Um diesen Mangel zu beheben, eröffneten die Hettwers ein Spendenkonto und initiierten eine “Deutsch-Türkische Festwoche” - mit einer großen Tombola, deren Gewinne türkische und deutsche Geschäftsleute spendeten: ein Reisebüro z. B. eine Flugreise nach Istanbul - was dann der 1. Preis wurde (die insgesamt 50 Sponsoren rückten 100 Gewinne raus, es gab keine Nieten!). Dazu kamen dann noch Werbemaßnahmen - wie Plakate, Fähnchen für die Sonnenblumenkerne kauenden Kinder auf der Straße, ein türkisches Musiktrio, eine Bauchtänzerin aus Reinickendorf, “Hörtest-Aktionstage mit kostenlosem Hörgeräte-Check”, ein Fass “Eschenbräu”, hergestellt vom Weddinger Braumeister Martin Eschenbrenner, und ein üppiges Buffet, für das allein Frau Hettwer drei Tage lang Essen zubereitete.

Die Verlosung fand am letzten Tag in und vor dem Geschäft in der Stettiner Straße statt - inmitten eines gelungenen türkisch-deutschen Mix, wobei die Deutschen großenteils aus Altweddingern mit Hörproblemen bestanden, was sie jedoch nicht daran hinderte, laufend schnoddrige Bemerkungen zu machen. “Mutter, da kannste jets mittanzen!”, rief einer, als die Bauchtänzerin Daniela dran war. Die Zahnarztassistentin tanzt übrigens normalerweise nur im Winter, weil sie im Sommer Hochseejachten von der Ägäis in den Atlantik überführt.

Dann gab es da noch “Den Debattierer”, einen Kfz-Schlosser, der auf Ferraris spezialisiert ist - und nur reden, aber kein Los kaufen wollte. Ferner einen dicken Tombolagewinner, der mir erklärte: “Ich hab mir och so ‘ne Lauscher hier jekooft. Aber ick vertrach se nich. Is war, weil meene Olle imma gesacht hat: ,Mensch, musste den Fernseher so laut machen?!’ ”

Von Herrn Hettwer erfuhr ich dann noch, dass die Hörprobleme zunähmen - aufgrund der vielen Alten. 14 Millionen Hörgeschädigte gebe es bereits in Deutschland, “aber nur 1,5 Millionen tragen bisher ein Hörgerät”. Somit gebe es also noch viel zu tun für ihn, wären die Weddinger nicht “durch ständig neue Reformankündigungen aus der Politik so verunsichert, dass sie ihr Geld lieber in der Tasche lassen”.

Auch seine “Alman-Türk-Senligi Haftasi” könnte sich zu einer regelmäßigen Einrichtung entwickeln, zumal er im nächsten Jahr sowieso 25-jähriges Geschäftsjubiläum feiert. Das Ehepaar Hettwer will jedoch erst mal die nachbarlichen Reaktionen abwarten (etwa per E-Mail an berlinakustik@aol.com) - und sich ansonsten von dem Stress erholen (siehe: www.fatma.biz).


»..-

antworten
 


gesamter Thread:

zurück zum Forum
Board-Ansicht  Mix-Ansicht
Tom Moak's little Forum | Kontakt
2135 Postings in 688 Threads, 5 registrierte User, 8 User online (0 reg., 8 Gäste)
powered by my little forum  ^